Welche Förderprogramme gibt es für KMU in Deutschland?

Für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von kleinen und mittleren Unternehmen stehen in Deutschland mehrere Förderprogramme zur Verfügung – auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene. Sie unterscheiden sich fundamental in Fördermechanismus, Aufwand, Fördersatz und Zielgruppe. Die richtige Auswahl ist oft entscheidender als die reine Förderhöhe.

IFECTIS hilft KMU dabei, nicht nur ein Programm zu kennen – sondern das passende Instrument für das konkrete Vorhaben, zum richtigen Zeitpunkt zu identifizieren.

Die wichtigsten Förderprogramme für KMU im Überblick

 

Programm

Zuständiges Ressort / Träger

Förderart

Fördersatz

Letzte Aktualisierung

EU-EBENE

EIC Accelerator (Horizon Europe)

EU-Kommission / EIC; nationale Anlaufstelle: BMFTR (NKS Horizont Europa)

Zuschuss + Beteiligungskapital

Zuschuss bis 2,5 Mio. EUR; Equity 1-10 Mio. EUR

Work Programme 2026

Eurostars 3 (EUREKA)

BMFTR; Abwicklung DLR Projektträger

Zuschuss

50 % KMU; 100 % Forschungseinrichtung; max. 500.000 EUR für deutsche Partner

März 2026

BUNDESPROGRAMME

Forschungszulage (FZulG)

BMFTR (Gesetzesvollzug: Finanzämter + BSFZ)

Steuerliche Verrechnung, Rechtsanspruch

25 % (KMU: 35 %) der Personalkosten

Wachstumschancengesetz, 27.03.2024

ZIM - Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

BMWE (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)

Direktzuschuss, Ermessensförderung

25-55 % (Forschungseinrichtungen bis 100 %)

ZIM-Richtlinie 2025

KMU-innovativ

BMFTR; Abwicklung über 4 Projektträger (PtJ, DLR PT, VDI TZ, VDI/VDE-IT)

Direktzuschuss, Wettbewerbsverfahren

25-80 % (AGVO-Matrix); Forschungseinrichtungen bis 100 %

Juni 2026 (siehe Fördersätze-Tabelle oben)

LANDESPROGRAMME (BEISPIELHAFT)

BayTP+ (Bayern)

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft (StMWi); Abwicklung Bayern Innovativ

Direktzuschuss

25 % Basis, bis 45 % mit KMU-Bonus

Richtlinie verlängert bis 31.12.2029 (Dez. 2025)

Weitere Landesprogramme (Auswahl)

z. B. Wirtschaftsministerium BW (Invest BW), Hessen-Agentur (Distr@l), IBB Berlin (Pro FIT)

Direktzuschuss, je nach Programm

Variiert stark je Bundesland und Programm

siehe jeweilige Regionalseite

Stand der Tabelle insgesamt: Juni 2026. Diese Übersicht ist exemplarisch und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, insbesondere bei den Landesprogrammen (16 Bundesländer mit jeweils eigenen, sich ändernden Förderinstrumenten). Sie zeigt bewusst auch ressortübergreifende Zuständigkeiten: KMU-innovativ und die Forschungszulage liegen beim BMFTR, ZIM beim BMWE – eine in der Praxis häufig übersehene Unterscheidung.

Forschungszulage: Themenoffene Basisförderung mit Rechtsanspruch

Die Forschungszulage ist das einzige Programm mit gesetzlichem Rechtsanspruch – wer die Voraussetzungen erfüllt, bekommt sie. Sie funktioniert steuerlich: 25 % der förderfähigen Personalkosten (KMU: 35 %) werden mit der Steuerlast verrechnet. Bei unzureichender Steuerlast gibt es einen Erstattungsanspruch. Besonders geeignet für: alle FuE-Vorhaben mit Neuheits- und Unsicherheitscharakter – von schwerpunktmäßiger, projektbezogener Entwicklungsarbeit bis zu kurzen Einzelprojekten oder reiner Auftragsforschung. Einschränkung: Die reine Produktentwicklung und Markteinführung sind nicht förderfähig.

ZIM: Für neue Innovationsprojekte und Kooperationen

ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) fördert konkrete Innovations- und Entwicklungsprojekte als direkte Zuschüsse. Besonderheit: In Kooperationsprojekten erhalten Forschungseinrichtungen bis zu 100 %, Unternehmen je nach Größe und Standort 30 % bis 60 % der förderfähigen Kosten. ZIM ist Ermessensförderung – es besteht kein Rechtsanspruch.

Besonders geeignet für: KMU mit konkretem, neuem Innovationsvorhaben, insbesondere in Kooperation mit Partnern oder Hochschulen.

KMU-innovativ: Für Spitzenforschung in definierten Technologiefeldern

KMU-innovativ ist das ambitionierteste der von IFECTIS schwerpunktmäßig begleiteten Förderprogramme. Es fördert hochriskante Spitzenforschung in elf Technologiefeldern (zehn davon aktuell offen für Neueinreichungen) – von Biomedizin über IKT bis Zukunft der Wertschöpfung. Das zweistufige Verfahren mit festen Stichtagen (15.04. / 15.10.) schafft Planungssicherheit. Hochschulen als Partner erhalten bis zu 100 % Förderung.

Besonders geeignet für: KMU, die echte Spitzenforschung betreiben, deren Vorhaben sich einem der aktiven Technologiefelder zuordnen lässt und die bereit sind, den höheren Skizzen-/Antragsaufwand zu investieren.

BAYTP+: Das leistungsstarke Technologieförderprogramm in Bayern Das Bayerische Technologieförderungsprogramm

Das Bayerische Technologieförderungsprogramm Plus (BAYTP+) ist ein leistungsstarkes regionales Programm das im Vergleich zu ZIM oder der Forschungszulage weniger bekannt, aber für bayerische Antragsteller sehr interessant ist. Es fördert FuE-Projekte bayerischer Unternehmen; eine Kombination mit Bundesprogrammen prüft IFECTIS im Einzelfall.

Besonders geeignet für: KMU mit Sitz in Bayern, die FuE-Vorhaben planen – als Alternative zu oder Ergänzung mit ZIM und Forschungszulage.

Wie findet man das richtige Förderprogramm?

Die häufigsten Fehler bei der Programmauswahl: Ein Programm wählen, weil es bekannt ist – nicht weil es passt. Ein Programm wählen, das zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits abgelaufen ist. Die Kombination mehrerer Programme ohne Prüfung der Kumulierungsregeln.

Die richtige Auswahl hängt von mehreren Faktoren gleichzeitig ab:

  • Art des Vorhabens: Direkte Zuschussförderung gewünscht (ZIM/KMU-innovativ) oder reicht die automatische steuerliche Verrechnung (Forschungszulage)?
  • Kooperationspartner: Allein oder mit Hochschule / Partnerunternehmen?
  • Technologiefeld: Lässt sich das Vorhaben einem aktiven KMU-innovativ-Feld zuordnen?
  • Standort: Bayern, NRW, BW oder bundesweit – regionale Programme prüfen
  • Timing: Wann muss das Projekt starten? Stichtage beachten
  • Liquiditätswirkung: Direkter Zuschuss (sofortige Teilfinanzierung) oder rückwirkende steuerliche Verrechnung (Forschungszulage, wirkt zeitversetzt)?
  • Kostenstruktur: KMU-innovativ-Projekte können (müssen aber nicht) größer dimensioniert sein als ZIM, FZul-Projekte – passt die Projektgröße zum Programm?
  • Materialkosten: Bei KMU-innovativ förderfähig, bei ZIM und der Forschungszulage nicht bzw. nur eingeschränkt – relevant bei materialintensiven Vorhaben.

IFECTIS analysiert diese Faktoren gemeinsam mit dem Unternehmen – und gibt eine klare, begründete Empfehlung, welches Programm oder welche Kombination im konkreten Fall am sinnvollsten ist.

Welches Förderprogramm passt zu Ihrem Vorhaben?

IFECTIS analysiert das konkrete Projekt, prüft alle relevanten Programme und gibt eine fundierte Empfehlung – vor der Antragstellung, nicht danach.

Rufen Sie uns noch heute an oder senden Sie uns eine E-Mail – wir melden uns umgehend bei Ihnen.

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FAQ

Welche Förderprogramme gibt es für KMU in Deutschland?

Die wichtigsten FuE-Förderprogramme für KMU sind: die Forschungszulage (steuerlich, Rechtsanspruch), ZIM – Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (Direktzuschuss, Einzel- und Kooperationsprojekte), Fachprogramme wie KMU-innovativ (Spitzenforschung in elf definierten Technologiefeldern) und regionale Programme wie BAYTP+ in Bayern. Auf EU-Ebene steht vor allem Horizon Europe (2021-2027) zur Verfügung – mit dem EIC Accelerator für marktnahe KMU-Einzelprojekte und größeren Verbundprojekten, ergänzt durch das EUREKA-Programm Eurostars für internationale KMU-Kooperationen.

Was ist der Unterschied zwischen Forschungszulage, ZIM und KMU-innovativ?

Die Forschungszulage ist eine steuerliche Förderung mit Rechtsanspruch – unabhängig davon, ob es sich um ein kontinuierliches oder einmaliges FuE-Vorhaben handelt. ZIM ist ein direkter Projektzuschuss ohne Rechtsanspruch – besonders geeignet, wenn eine direkte Liquiditätswirkung und/oder eine Kooperation mit Partnern gewünscht ist. KMU-innovativ fördert risikoreiche Spitzenforschung in elf definierten Technologiefeldern – mit dem höchsten Antragsaufwand, aber auch mit Förderung für Hochschulpartner bis 100 %.

Welche Kosten werden bei den Bundesprogrammen typischerweise gefördert?

Personalkosten sind bei allen drei Programmen der zentrale Förderposten. Darüber hinaus unterscheiden sich die förderfähigen Kostenarten: KMU-innovativ fördert zusätzlich anteilige Investitionskosten, Materialkosten, Auftragsforschung und Reisekosten – Gemeinkosten werden über eine Pauschale abgegolten. Bei ZIM sind je nach Projektart ebenfalls Personal-, Sach- und Gemeinkosten förderfähig. Die Forschungszulage bezieht sich dagegen ausschließlich auf Personalkosten (Arbeitgeberbrutto) sowie anteilige Investitionsabschreibungen und 70 % der Kosten für Auftragsforschung. Welche Kostenart bei einem konkreten Vorhaben überwiegt, ist daher ein wichtiges Kriterium für die Programmwahl.

Gibt es Förderprogramme speziell für Bayern?

Ja – BAYTP+ (Bayerisches Technologieförderungsprogramm Plus) ist ein Förderprogramm für FuE-Vorhaben in Bayern, das im Vergleich zu ZIM oder der Forschungszulage weniger bekannt, aber für bayerische Antragsteller sehr interessant sein kann. Eine Kombination mit Bundesprogrammen wie ZIM oder der Forschungszulage prüft IFECTIS im Einzelfall.

Wie finde ich das richtige Förderprogramm für mein Unternehmen?

Die Auswahl hängt von mehreren Faktoren ab: Art und Stadium des Vorhabens, geplante Kooperationspartner, Standort, Timing und steuerliche Situation. Eine pauschale Antwort gibt es nicht – IFECTIS analysiert das konkrete Vorhaben und gibt eine klare Empfehlung, welches Programm oder welche Kombination im jeweiligen Fall optimal ist.